Unsere Imkereigeschichte startet mit einem traurigen Ereignis. Im Januar 2012 verstarb sehr plötzlich unser Nachbar, der im Dorf ein bekannter Imker war. Da wir schon seit einigen Jahren mit dem Gedanken gespielt haben seine Bienen zu übernehmen, wurden wir nun ins kalte Wasser geschubst - mit wenig Vorwissen mussten wir uns um zwei verwaiste Carnica Völker kümmern. Bereits nach ein paar Tagen hatten wir die ersten Themenbücher verschlungen, um nicht ganz blauäugig in die erste Saison zu starten, die bereits kurz vor der Tür stand. Jede freie Minute wurde gelesen und gelernt.

DSC 7923Dann war es soweit! Es wurde Frühling und die Temperaturen ließen einen ersten Blick in unsere Völker zu. Wir waren ganz schön aufgeregt und hatten noch sehr viel Angst vor unseren kleinen Schützlingen. Aber der Ehrgeiz hat uns gepackt und nach ein paar Stichen war die Angst vollkommen verflogen.

2012 hatten wir einen guten Frühling und konnten gleich im ersten Jahr viel Obstblüten- und Rapshonig ernten. Die Nachfrage nach unserem Honig war dann allerdings so groß, dass wir bereits nach wenigen Wochen ausverkauft waren. Im Laufe des restlichen Jahres lernten wir die Bienen immer mehr zu schätzen und nahmen uns für 2013 eine Erweiterung des Betriebs vor.

Gesagt, getan! Wir erweiterten im Folgejahr auf zehn Völker und stellten unsere Betriebsweise komplett um. Nach den Vorgaben von Bruder Adam wollten wir mit der Buckfast Biene auf Dadant in Holzbeuten imkern. Bis dato war alles auf DN in Segeberger Styroporbeuten ausgelegt. Jede freie Minute im kalten ersten Quartal 2013 wurde also in der Werkstatt verbracht - gesägt, gefräst, geleimt, geschraubt und natürlich gemalert. Viel Arbeit, die sich aber lohnte!

Vater und SohnLeider war 2013 kein gutes Honigjahr. Wir ernteten wenig Honig und legten unser Augenmerk eher auf die Völkervermehrung - 2014 starteten wir mit knapp 30 Völkern! Mit der Anzahl der Völker stieg auch der Wunsch nach einer unfangreicheren und höherwertigeren Imkereiausstattung, sodass wir unseren Betrieb dahingehend vergrößerten. Platz kann man für die Imkerei nie genug haben und so kauften wir im Sommer 2014 einen ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb, der den Bienen und uns viel Lebens- und Gestaltungsraum für die Zukunft bietet.

Unser Antrieb für diese und die kommende Saison ist das Lob unserer Kunde und die Freude, wenn sie nach einer Honigverkostung nicht genug bekommen können. Wir haben uns anfangs nicht ausmalen können, wie groß die Nachfrage nach Honig und Bienenprodukten werden wird und wie viel Spaß es macht, zusammen mit den Bienen am Puls der Natur zu arbeiten. Wer würde nicht gern an einem warmen Sommermorgen, wenn der Tau noch auf den Gräsern liegt und die Sonne sich langsam am Horizont erhebt auf einer Streuobstwiese mit seinen Bienen arbeiten?